Warum Hanf bis heute fasziniert
Hanf begleitet die Menschheit seit vielen tausend Jahren und gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Lange bevor Baumwolle, Kunstfasern oder moderne Arzneimittel entwickelt wurden, nutzten Menschen Hanf bereits als Rohstoff, Nahrungsmittel und Heilpflanze.
Heute erlebt Hanf eine bemerkenswerte Rückkehr. Während früher vor allem Fasern, Samen und Öle im Mittelpunkt standen, interessieren sich Wissenschaft und Medizin heute besonders für die natürlichen Inhaltsstoffe der Pflanze – allen voran Cannabidiol, besser bekannt als CBD.
Auch in der Tiermedizin gewinnt CBD zunehmend an Bedeutung. Außerdem setzen immer mehr Tierhalter CBD ergänzend ein, um das Wohlbefinden ihrer Hunde, Katzen, Pferde und anderer Haustiere zu unterstützen.
Eine Pflanze mit über 10.000 Jahren Geschichte
Archäologische Funde zeigen, dass Hanf bereits vor mehreren tausend Jahren kultiviert wurde. Seine Ursprünge liegen vermutlich in Zentralasien und China.
Schon früh erkannten die Menschen, wie vielseitig diese Pflanze ist.
Dadurch wurde Hanf über viele Jahrtausende zu einem unverzichtbaren Begleiter im Alltag vieler Kulturen.
Aus Hanf wurden unter anderem hergestellt:
- Kleidung
- Seile
- Fischernetze
- Papier
- Segel
- Öle
- Lebensmittel
Auch Hanfsamen gehörten vielerorts zu den wichtigsten pflanzlichen Nahrungsquellen. Sie enthalten hochwertige Fettsäuren, Eiweiß sowie zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.
Hanf als Heilpflanze
Neben seiner Bedeutung als Nutzpflanze spielte Hanf bereits früh eine Rolle in der traditionellen Medizin.
Bereits im alten China wurde Hanf in medizinischen Schriften erwähnt. Auch in Ägypten, Griechenland und später im Römischen Reich nutzte man verschiedene Bestandteile der Pflanze bei unterschiedlichen Beschwerden.
Damals wusste natürlich noch niemand etwas über Cannabinoide oder das Endocannabinoid-System.
Obwohl die Menschen damals noch nichts über Cannabinoide wussten, beobachteten sie bereits vor tausenden Jahren die besonderen Eigenschaften der Pflanze und nutzten sie therapeutisch.
Hanf erobert Europa
Über Handelswege gelangte Hanf schließlich nach Europa.
Im Mittelalter gehörte Hanf zu den wichtigsten Kulturpflanzen überhaupt.
Kaum eine andere Pflanze konnte gleichzeitig so viele unterschiedliche Zwecke erfüllen.
Aus Hanffasern entstanden:
- Kleidung
- Säcke
- Schiffstaue
- Segel
- Papier
- Arbeitskleidung
Gerade für die Schifffahrt war Hanf über Jahrhunderte nahezu unverzichtbar. Ohne die besonders reißfesten Fasern wären viele Segelschiffe kaum einsatzfähig gewesen.
Warum Hanf plötzlich verschwand
Mit Beginn der Industrialisierung änderte sich vieles.
Neue Materialien wie Baumwolle, Kunstfasern und Holz verdrängten Hanf zunehmend.
Hinzu kamen gesetzliche Veränderungen, durch die Nutzhanf immer häufiger mit berauschendem Cannabis gleichgesetzt wurde.
Dadurch geriet die Pflanze in vielen Ländern zunehmend in Vergessenheit.
Dabei unterschied man lange Zeit kaum zwischen Nutzhanf und Cannabis mit einem hohen THC-Gehalt.
Nutzhanf ist nicht gleich Cannabis
Heute weiß man, dass Hanf nicht gleich Hanf ist.
Für die Herstellung von CBD-Produkten wird spezieller Nutzhanf verwendet.
Dieser enthält nur sehr geringe Mengen THC und besitzt keine berauschende Wirkung.
Viel interessanter sind heute andere Inhaltsstoffe der Pflanze.
Dazu gehören unter anderem:
- Cannabidiol (CBD)
- Cannabigerol (CBG)
- zahlreiche weitere Cannabinoide
- Flavonoide
- Terpene
Gerade CBD steht inzwischen im Mittelpunkt zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.
Die Entdeckung der Cannabinoide
Obwohl Hanf bereits seit Jahrtausenden genutzt wurde, begann die moderne Forschung erst vergleichsweise spät.
In den 1960er-Jahren gelang es Wissenschaftlern erstmals, die Struktur einzelner Cannabinoide genau zu entschlüsseln.
Damit begann ein völlig neues Kapitel der Hanfforschung.
Forscher wollten verstehen, warum bestimmte Bestandteile der Pflanze auf den Körper wirken.
Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems
Ein entscheidender Durchbruch gelang Anfang der 1990er-Jahre.
Wissenschaftler entdeckten das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS).
Heute weiß man, dass dieses System bei allen Säugetieren vorkommt – also auch bei Hunden, Katzen, Pferden und vielen anderen Tierarten.
Das Endocannabinoid-System ist an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt.
Dazu gehören unter anderem:
- Schlaf
- Appetit
- Stressverarbeitung
- Schmerzempfinden
- Immunsystem
- Gedächtnis
- Stimmung
- Homöostase
Erst diese Entdeckung erklärte, warum Cannabinoide wie CBD überhaupt mit dem Körper interagieren können.
Sie gilt deshalb als einer der wichtigsten Meilensteine der modernen Cannabinoidforschung.
Warum CBD heute wieder so interessant ist
Seit der Entdeckung des Endocannabinoid-Systems hat die wissenschaftliche Forschung deutlich zugenommen.
Heute wird CBD weltweit untersucht.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem mögliche Einsatzbereiche bei:
- Schmerzen
- Entzündungen
- Stress
- Angst
- Epilepsie
- neurologischen Erkrankungen
- altersbedingten Beschwerden
Auch wenn viele Fragen noch offen sind, wächst die Zahl hochwertiger wissenschaftlicher Studien kontinuierlich.
CBD bei Haustieren
Nicht nur Menschen besitzen ein Endocannabinoid-System.
Auch Hunde, Katzen, Pferde und viele andere Säugetiere verfügen darüber.
Deshalb wird CBD heute auch bei Haustieren zunehmend als ergänzende Unterstützung eingesetzt.
Viele Tierhalter berichten unter anderem von positiven Erfahrungen bei:
- Stress und Nervosität
- altersbedingten Beschwerden
- chronischen Schmerzen
- Arthrose
- allgemeinen Veränderungen des Wohlbefindens
Wichtig ist dabei immer eine artgerechte Dosierung sowie die Verwendung hochwertiger Produkte.
Für Katzen, Kleintiere und Pferde sollten ausschließlich geeignete, terpenfreie CBD-Produkte verwendet werden.
Hanf ist auch eine nachhaltige Pflanze
Neben seinen Inhaltsstoffen besitzt Hanf noch einen weiteren großen Vorteil.
Die Pflanze gilt als besonders nachhaltig.
Sie wächst schnell, benötigt vergleichsweise wenig Pflanzenschutzmittel und lässt sich nahezu vollständig verwerten.
Genutzt werden unter anderem:
- Fasern
- Samen
- Blätter
- Blüten
- Schäben
Heute entstehen daraus beispielsweise:
- Textilien
- Papier
- Baustoffe
- Dämmmaterial
- Lebensmittel
- Kosmetik
- Tierprodukte
- CBD-Produkte
Kaum eine andere Nutzpflanze lässt sich so vielseitig einsetzen.
Hanf heute und in Zukunft
Noch nie wurde so intensiv an Hanf geforscht wie heute.
Mit jeder neuen Studie wächst das Verständnis über Cannabinoide und das Endocannabinoid-System weiter.
Gleichzeitig entdecken immer mehr Menschen Hanf wieder als vielseitige Kulturpflanze – nicht nur wegen CBD, sondern auch wegen seiner Nachhaltigkeit und seiner zahlreichen Einsatzmöglichkeiten.
Fazit
Die Geschichte des Hanfs zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig eine einzige Pflanze sein kann.
Über Jahrtausende diente Hanf als Rohstoff, Nahrungsmittel und Heilpflanze. Nach einer langen Phase, in der die Pflanze weitgehend in Vergessenheit geriet, rückt sie heute wieder stärker in den Mittelpunkt der Forschung.
Vor allem die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems hat dazu beigetragen, Cannabinoide wie CBD besser zu verstehen.
Auch wenn noch viele Fragen wissenschaftlich untersucht werden, gehört Hanf heute wieder zu den spannendsten Nutzpflanzen der Welt – sowohl für den Menschen als auch für die Forschung rund um das Wohlbefinden von Haustieren.
Quellen
- Hanf Museum Berlin
- Deutscher Hanfverband
- Crocq MA. History of Cannabis and the Endocannabinoid System. Dialogues in Clinical Neuroscience. 2020.
- National Center for Biotechnology Information (NCBI)
- European Industrial Hemp Association (EIHA)
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